Neue Serie: Obszönitäten

Liebe Leute,

da ich hier zwar viel beschäftigt bin, aber leider keine Menschen habe, mit denen ich mich über tagesaktuelle Geschehnisse unterhalten kann, habe ich mich entschlossen in loser Reihenfolge eine Serie zum Thema moderne Obszönitäten zu starten. Diese stelle ich dann gerne zur Diskussion und freue mich über Anregungen und Beiträge in den Comments.

Obszönität wird definiert als Ekel und Scham bei Anderen auslösend. Mir ist dabei bewusst, dass der Wertemaßstab mit dem ich Sachverhalte als Obszönitäten bewerte, nur subjektiv sein kann, da er durch Kultur, gesellschaftliche Werte und Erziehung bestimmt ist. Hier hinzu kommen aber auch der Umgang mit peers, Ausbildung und Interessen.

Gerade in der momentan schwierigen Zeit offenbart sich der Kontrast in der Gesellschaft entlang der Linien arm-reich, gebildet-ungebildet, Einfluss-Kein Einfluss und Macht-Ohnmacht immer deutlicher. Was die Menschen früher alles noch hingenommen haben, im Gegenzug für das Versprechen des Wohlstands, könnte heute ein Pulverfaß werden. Hierbei tritt offenkundig zu Tage, dass dies bestimmte Teile der wirtschaftlichen und politischen Elite entweder noch nicht verstanden haben oder es ihnen egal ist.

Warum mache ich dies also? Ich glaube wir lebten in einer Zeit, in der Obszönitäten so häufig geschahen, dass sie sich zur neuen Normalität entwickelt haben. In Zeiten der Krise aber, schärft sich wieder das Bewusstsein dafür und es entsteht eventuell die Chance die Obszönität zurückzudrängen. Wenn hier ein minimaler Beitrag dazu geleistet werden kann, bin ich schon zufrieden. (Anderenfalls dient es als gute Gedächtnisstütze für mich :))

Ich nenne nur mal ein paar Beispiele der letzten Wochen:

– Eine Kassiererin eines Berliner Supermarktes wird nach 30 Jahren Zugehörigkeit fristlos entlassen, weil sie einen Pfandbon im Wert von ca. 2 Euro „eingesteckt“ hat. Ein deutsches Arbeitsgericht bestätigt diesen Vorgang.

– Eine andere Frau, deren privates Vermögen sich auf 6 Milliarden € beläuft, stellt sich weinend vor ihre Belegschaft, erzählt wie schlecht es ihr geht und das der Staat helfen soll ihr Unternehmen zu retten. Sie verschweigt, dass sie eine liquide und solide Firma in den Ruin getrieben hat, weil sie meinte ein Unternehmen kaufen zu können, das mehrmals so groß war, wie ihr eigenes. Das Defizit beträgt nunmehr ca. 5 Milliarden €, die natürlich der Staat zahlen soll und das sie nicht aus eigener Tasche geben kann. Interessant hierbei ist, dass der Betriebsrat Mehrarbeit anbietet, um den Verlust aufzufangen.

– Ein deutscher Politiker fährt eine Frau auf der Skipiste durch eigene Verschuldung zu Tode, und wird innerhalb eines 2 Tage Prozesses zu einer Geldstrafe verurteilt. Derselbe Mann darf in diesem Herbst für seine Partei als Spitzenkandidat für eine Landtagswahl kandidieren.

– Bei einem Amoklauf in BW sterben viele Menschen. Die regierende Partei identifiziert „Killerspiele“ als Ursache Nummer eins. Die gleiche Partei wagt es im selben Atemzug nicht zu hinterfragen was sogenannte Schützenvereine womöglich für eine Rolle spielen könnten. Ist es zynisch hier darauf hinzuweisen, dass die Mitglieder von Schützenvereinen mit großer Wahrscheinlichkeit diese Partei wählen?

Daniel

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