Reisebericht: Transsylvanien

Wie ich ja angekündigt habe, war ich von Mittwoch Nachts bis Sonntag früh in Rumänien, bzw. um spezieller zu sein in Transsylvanien (mit deutschem Namen Siebenbürgen). Hier nun ein kleiner Reisebericht. Wie immer gilt, für eine vergrößerte Darstellung der Fotos auf dasselbige klicken!

Mittwoch 23:00, Weg nach Cluj

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Los ging es an einer kleinen Busbahnhofsstation in einem Budapester Ortsteil, vor dem man als Gaststudent gewarnt wurde. Luckily passierte nichts. Begleitet wurde ich auf dem Trip von Jonna, einer finnischen Soziologiestudentin, die mit mir hier studiert hat. Zum Glück hatte sie einen Lost Planet Reiseführer für Rumänien. Sehr nützlich die Dinger, kann man nur empfehlen.

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Donnerstag 7:00, Cluj-Napoca

Das Ziel des Busses war die Transitstadt Cluj-Napoca. Das erste was einem auffällt, wenn man Rumänien per Bus entert, ist die wunderschöne Natur. Saftige grüne Wiesen, viele Tiere und eine gute Luft. Das andere ist die bittere Armut und Abgeschlagenheit von technischer Entwicklung und Teilhabe an Reichtum. Fährt man an den Dörfern vorbei hat man unweigerlich das Gefühl sich in eine Zeitmaschine gesetzt zu haben, die einen 30 Jahre zurückversetzt hat. Als nächstes wundert man sich warum um 6 Uhr Budapester Zeit es schon unglaublich hell und bevölkert ist. Dann findet man heraus, dass man die Uhr 1 Stunde nach vorn stellen muss in Rumänien (GMT+2). Nächstes charakteristisches Merkmal sind die streunenden Hunde, die man in jeder Stadt findet. Bekanntschaft durfte ich mit diesen das erste Mal auf dem Weg vom Busbahnhof zum Bahnhof machen.

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Cluj-Napoca gewinnt meines Erachtens nach den Preis als most-non-charming-town-ever. Diese Stadt war so unglaublich unaufregend (um höflich zu sein) und unschön, dass ich gar nicht erst den Versuch machte Fotos zu machen und wir auch gar nicht die Mühe auf uns nahmen die Stadt anzusehen, obwohl wir 3 Stunden Zeit hatten bis unser nächster Zug kam. Was bleibt: Kaffee trinken, Bettler abweisen (die einfach überall waren und überall folgten) und Zeit totschlagen. (Folgend einige Bahnhofsimpressionen)

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Donnerstag 10:00, Weg nach Sibiu

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Um 10 Uhr konnten wir endlich weiter nach Sibiu (dt. Hermannstadt). Zug fahren ist in Rumänien echt spott billig. Wir haben für dieses Ticket ca. 8 Euro bezahlt. Allerdings entspricht hier die Gleichung wenig Kosten = wenig Leistung der Realität. Für den ersten Teil der Strecke (ca. 100km) brauchten wir 2,5 Stunden. Die Duplizität von toller Natur und brutal verarmten Dörfern wurde auf dem Weg ergänzt durch vereinzelte Pferde und Schafsherden, die in voller Freiheit auf unendlich erscheinenden Wiesen grasen durften. Irgendwann erreichten wir dann unseren Umsteigepunkt (man kann es nicht wirklich Bahnhof nennen, da es keine Bahnsteige gab, sondern man einfach aus dem Zug auf die Fläche zwischen den Gleisen sprang). Dort wussten wir natürlich nicht wohin, lernten aber einen netten alten Schaffner kennen, der zum Glück ziemlich gut Französisch sprach. Nach den Erfahrungen mit dem gerade genommenen Zug, dachte ich eigentlich älter geht nicht mehr, bis dann ein Zug einfuhr mit dem wahrscheins noch die Sowjets Truppen im 2. WK transportiert haben.

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Mit diesem Zug waren es glaube ich noch 50km bis Sibiu. Für diese brauchten wir dann nochmal 1,5h, da dieses Ding wirklich überall hielt, wo Menschen an der Strecke standen. Weiterhin lustig: es gibt kein Zwang die Zugtüren zu schließen, da diese als gigantische Klimaanlage während der Fahrt wirkten. Irgendwann kamen wir dann aber auch tatsächlich in Hermanstadt an.

Donnerstag 14:30, Sibiu (Hermanstadt)

Der erste Eindruck von Sibiu war um 1000% besser als der von Cluj. Ein halbwegs aufgeräumter Bahnhof, eine sehr nette Frau an der Tourinfo und ein Bahnhofsvorplatz, der nicht so aussah wie wenn man an einem Bahnhof in Hinterasien ankommt. Alles in allem definitv ein Grund sich zu freuen.

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Zunächst suchten wir unser Hostel, was aber leicht zu finden war, da es direkt am Großen Platz der Stadt lag. Ich kann es nur empfehlen, da dieses Hostel sehr familiär, die Räume toll und alles wirklich sehr sauber und günstig war (10€ die Nacht). Einzig die Dusche war etwas witzlos. Sie befand sich in einer Dachschräge. Ich glaube jeder der ein bisschen größer ist als ich (was viele sind), müsste praktisch mit abgeknickten Kopf dort duschen. Die Toilette war dort auf einem 1×0,5m großen Raum untergebracht, was dann auch mir Schwierigkeiten bereitete zurecht zu kommen.

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Sibiu an sich ist eine kleine Stadt im Allgemeinen, und ein kleines mittelalterlich angehauchtes Dorf im Besonderen. Es ist eine absolute deutsch geprägte Stadt (der Bürgermeister ist Deutscher), nicht nur durch das Deutschgymnasium (dessen Abitur es ohne Einschränkungen erlaubt an einer deutschen Uni zu studieren) sondern auch durch die vielen deutschen Ehrenbürger und deutschen Geschäftsverbände. Der historische Stadtkern ist frisch gestrichen, aufgeräumt und sehr nett anzusehen. Sibiu war im Jahr 2007 EU Kulturhauptstadt und wirkt deswegen natürlich noch frisch und saniert. Wir besuchten das Brunkenthal Museum (die bedeutenste Kunstsammlung Rumäniens), die Kirche (für deren inneren Erhalt scheinbar kein Geld da war) und wanderten entlag der historischen Stadtmauern entlang. Diese Stadt war wirklich ein Lichtblick und entsprach eigentlich meinen Erwartungen zu 100%.

(Blick auf den Großen Platz/Blick auf den Kleinen Platz/Großer Platz/Dorfkern + Kirche)

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Abends gingen wir dann nach Empfehlung unseres Herbergsmanagers „typisch“ rumänisch essen. Daher nahm ich natürlich gleich mal die Sibiu-Suppe und das Transsylvanien Schnitzel. Die Suppe war sehr cremig (ein Euphemismus für nur aus Sahne bestehend) mit dem typisch rumänischen Schinken. Das Schnitzel aber war der Hammer. Basically war es ein Schweineschnitzel gefüllt mit Käse und Schinken, überbacken mit Käse unter dem sich nochmals eine Schicht Champignons befand. Dazu gab es Remoulade mit Schinkenwürfeln und einen sauren Kartoffelsalat mit Salamischeiben drin. Das klingt heftig? Ja das war es auch. Ich habe die Portion nicht geschafft…, war aber auch nicht schlimm da die Essenspreise in Rumänien der absolute Hammer sind. Ich habe für alles umgerechnet 5€ gezahlt. Danach ging es in den Bohemian Pub, der unter unserem Hostel war. Lustigerweise war das angebotene Bier hier Holsten vom Fass. Sehr nett von euch, hatte schon länger kein gutes deutsches Bier mehr… Was den Pub neben seiner Kellerlage, der liebevollen Einrichtung und des billigen Preises (0,5 Liter Bier 1,25€) attraktiv machte, war die Live Musik. Zwar war die Band nicht allzu gut, dafür coverten sie aber nette Lieder.

Am nächsten Tag sollten wir bevor es nach Brasov ging noch die Kirche und das Museum besichtigen.

Freitag 12 Uhr, Weg nach Brasov

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Eigentlich hatte ich im Internet gesehen dass um 12 Uhr der Zug geht. Am Bahnhof gab es aber noch einen Zug der 20 Minuten eher ging und eine Stunde weniger brauchte. Also schnell erkundigt wo der fährt und ein Ticket besorgen. Letzteres ging nicht, da dieser Zug ein Privatzug war, der Tickets im Zug verkauft. Trotzdem mal hin und sich erkundigen was es kostet. Dabei fanden wir heraus, dass er billiger ist als der andere Zug, früher fährt, kürzer braucht, weniger frequentiert und sauberer ist, als der Zug den wir erwarteten. Keine langen Fragen. Natürlich nahmen wir diesen Zug, hatten ein ganzes Abteil mit bequemen Sitzen für uns allein und eine sehr entspannende Fahrt. In diesem Zug fand ich auch die sauberste Toilette, die ich während meines gesamten Rumänienaufenthalts finden sollte (spricht dies für den Zug oder gegen Rumänien?). Dieser Zug es einem viel leichter die Landschaft zu genießen.

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Freitag 14:30, Brasov

Kommt man in Brasov aus dem Bahnhof erwartet einen erstmal ein Schock. Dreckig, overcrowded, voll von Bettlern und Pickpockets, Hunden und Verkehrsmitteln (sprich vielen Taxis und Bussen). Nunja, man möchte ja nich am Bahnhof wohnen oder? Flugs versucht die Herberge anzurufen: bei der einen konnten sie kein Englisch (sehr sinnvoll für ein International Hostel) und bei der anderen nahm keiner ab. Gut, ruhig bleiben und Plan ändern. Wir nahmen dann den Bus Richtung Zentrum (overcrowded as well) und folgten der Beschreibung nach der Hauptverkehrsstraße. Nachdem wir den zentralen historischen Platz passierten, wurde diese Straße urplötzlich zu einer besseren Dorfhauptstraße und die Straße itself wechselte von asphaltiert zu Geröll. Zuletzt fanden wir aufgrund meiner kongenialen Orientierungskünste aber die richtige Straße. Das Hostel selbst wurde von einer sehr netten Dame geleitet, war sehr alt (auch die Einrichtung) und sehr spartanisch. Es gab aber freien Kaffee und freies Wlan :D. Die Bezeichnung abgewrackt wäre für den Duschraum ein Euphemismus. Trotzdem: sauberes Wasser, guter Wasserdruck und ein sauberer Duschinnenraum standen im Kontrast zu dem restlichen Badimpressionen. Die Zimmer kann man wohl als sowjetisch-spartanisch eingerichtet bezeichnen. Ich nehme an die nächste Kaserne wäre komfortabler. Dies alles beeinflusste aber nicht das große Herz dieser Herberge, das man an den vielen kleinen Details ablesen konnte. Ich mochte sie echt, unter anderem weil ich auf dem Balkon des Hauses mal ganz gechillt nen Kaffee trinken konnte und dabei nen tollen Ausblick hatte

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Danach ging es natürlich mal in die City itself. Basically hat Brasov, wie Sibiu, einen mittelalterlichen Stadtkern, in dem es noch viele alte Häuser gibt, die ein extremes Flair ausstrahlen. Eingerahmt wird diese Stadt durch die umliegenden Berge, die aufgrund der dichten Bewaldung einen wunderbaren grünen Kontrast zu den Häusern geben. Nach einem 2h Spaziergang gingen wir auch hier wieder essen. Ich natürlich wieder die lokalen Spezialitäten geordert in der Hoffnung diesmal den Teller leer zu essen. Wurde auch positiv überrascht: es gab Polenta mit Krautroulande und gekochtem rumänischen Schinken. Das Essen war echt sehr gut und natürlich wieder spottbillig. Nur 20 Lei bezahlt, was umgerechnet wieder ca. 5€ sind. Apropos Geld: Rumänien, so erzählte man mir, hat irgendwann vor ein paar Jahren im Zuge der Währungsreform einfach überall 2 oder 3 Nullen gestrichen. Aus 20000 Lei wurden nun 20 RON. Im Zuge dessen wurde auch neue Scheine hergestellt. Diese sind komplett aus Plastik. Dies war sehr lustig, da sie in einem Brunnen nicht untergehen… Überhaupt war das Gefühl dieses Geldes in der Hand sehr aufregend 🙂

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Abends gingen wir dann mit einem Amerikaner, einem Engländer und einem anderen Amerikaner, der gerade ein Jahr in Paris war, aus um was zu trinken. War sehr lustig mit denen, da sie ähnlich wie wir tickten. Auch hier hatten wir wieder ein glückliches Händchen mit der Kneipe, da hier eine wirklich gute Liveband war und wir endlich rumänisches Bier aussem Zapfhahn bekamen. Wirklich schön… Für den nächsten Tag stand dann ein Trip zu Draculas Schloss und Rasnov an.

Samstag 12 Uhr, Bran – Draculas Castle

Das Schloss von Dracula liegt ca. 17km außerhalb von Brasov. Die Anreise dauerte also mal wieder etwas. Man merkte schnell an der zunehmenden Dichte von Tourishops, dass man angekommen war. Je weiter man sich dem Schloß näherte, desto dichter wurde auch die Anzahl von Tand- und Nippesläden, aber naja. Das Schloß selbst war eine Enttäuschung. Nicht nur das Graf Vlad Dracul (der angeblich die Quelle des Draculamythos ist) das Schloß überhaupt nicht gehörte (er hat dort nur eine Nacht verbracht), sondern auch die total lieblose Ausstattung des Schloßmuseums und die vielen Touris machten diese Fahrt brutal unnötig. Wenn ihr mal dahin kommt, schaut euch was anderes an. Allerdings war die Parkanlage und das historische Dorf unter dem Schloß nett zu besichtigen. Von daher 6 von 10 für diese Fahrt.

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Samstag 14:00, Rasnov

Auf dem Rückweg zum Bahnhof in Brasov machten wir Stopp in Rasnov. Eigentlich ne typische Kleinstadt, der eigentliche Anziehungspunkt lag etwas außerhalb:

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Ja, genau dieses Burgdorf auf dem „kleinen“ Berg. Man mag es kaum glauben, aber wir sind wirklich den kompletten Fußweg da hoch gelaufen, bei 25 Grad im Schatten. Wir brauchten aber nur 25 Minuten, was allerdings weniger an der Distanz, sondern daran lag, dass die Leute die den Weg angelegt haben scheinbar eine riesige Fußspanne hatten und der Meinung waren 20% Steigung sind normal. Oben angekommen konnte ich mein T-Shirt de facto auswringen. Allerdings war es das wirklich wert. Die Burgstadt von Rasnov bietet nicht nur einen Einblick in eine wirklich mittelalterliche Bauweise und Lebensführung, sondern auch ein tolles Panorama. Die Anlage war wunderbar angelegt, so wurde der Rundgang zu einem kleinen Abenteurspaziergang aus Treppen und Leitersteigen sowie Bergbekämpfung 🙂 Genug gesabbelt, lasst Fotos sprechen:

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Danach ging es den Berg wieder runter (war ein bissl leichter) und sich ein Bierchen genehmigen. Afterwards sind wir zurück nach Brasov, haben den lokalen Supermarkt geplündert und noch was gegessen.

Samstag 19:30, Rückfahrt nach Budapest 

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Glücklicherweise haben wir in der Jugendherberge erfahren, dass es einen direkten Zug von Brasov nach Budapest gibt, der nur 10h braucht und erst Samstagabend fährt (Ankunft Budapest 5:17). Der ursprüngliche Plan war von Brasov zurück nach Cluj (16-21 Uhr) danach 2h in Cluj am Bahnhof warten (zu eventuellen Problemen damit: siehe oben) und dann mit dem Bus 7 Stunden weiter (Ankunft Budapest 6.00). Es war also relativ leicht sich für die Single Zug Variante zu entscheiden. Hätte ich allerdings gewusst, was uns erwartet, hätte ich mehr abgewogen.

Wir hatten zum Glück erstmal eine 6 Personen Kabine für uns allein. Damit hörte aber das Glück auf. Erstmal waren im Abteil neben uns eine Zigeunerfamilie untergebracht, deren hauptsächliche Aktivität sich bis gegen 1:00 darauf beschränkte sich gegenseitig anzuschreien (Männer), bzw. sich gegenseitig anzuheulen (Frauen) oder die ganze Zeit durch den Zug zu rennen (junge Männer) und dabei rumzuschreien. Dies war schon eine Geduldsprobe. Nebenbei ging ständig das Licht in unserer Kabine aus, sodass man in der Zeit von 21:30 bis 24:30 nur partiell mal lesen konnte. Gegen 23:30 machte sich das erste Mal eine Person daran, ganz leise unsere Tür zu öffnen. Glücklicherweise waren wir beide noch wach und so verschwand er ganz schnell wieder. Die Motive waren durchaus eindeutig. Dieselbe Person versuchte ca. 2h Stunden später diesmal noch bemühter, leise unsere Tür zu öffnen. Da Jonna aber gerade ihre Schicht mit AUfpassen hatte und ich die Tür hörte und aufwachte, passierte auch hier nix. Jonna erzählte aber, dass sie ca. 2 Sekunden Augenkontakt hatte und dies echt intensiv anspannend war, da seine Motive klar waren und er von dannen ziehen musste. Lustigerweise ging danach das Licht wieder an und blieb an bis ca. gegen 4 Uhr. Dies und das Indiz, dass der Schaffner immer kurz vor dem Dieb durch das Abteil schlich, führen mich zu der Annahme, dass diese unter einer Decke steckten… Hab zwar keine Beweise, war aber deswegen trotzdem anstrengend.

Dann erreichten wir die rumänische Grenze. Dort stoppten wir für 50 Minuten. Danach ging es 10 Minuten weiter bis an die ungarische Grenze (3:30). Ich fragte den neuen Schaffner, wann wir Budapest erreichen würden. Er sagte 4:58. Toll dachte ich, wir sparen Zeit. Was er aber meinte war, dass wir gegen 4:58 weiterfahren Richtung Budapest. Ich saß also ohne Licht für 1,5 Stunden im Wagen und nichts, absolut nichts passierte. Ich konnte allerdings beobachten wie es immer heller wurde. Mit einem unguten Gefühl, dass wir, wenn wir gegen 5 Uhr an der ungarischen Grenze losfahren nicht gegen 5.18 in Budapest sein werden, war es nun an mir etwas schlafen zu dürfen. Ich konnte dies allerdings nur 1h, da danach das alte Spiel der Zigeuner neben uns weiterging (Schreien, Rennen, Heulen). Nun ja, niemand behauptet das eine Zugfahrt einfach wäre.

Schlußendlich kamen wir gegen 8:30 mit 3,5h Verspätung in Budapest an. Ich war etwas fertig, wurde aber durch die Erkenntnis, wie man in Budapest Sperrmüll entsorgt restlos entschädigt (nachmittags war es bereits weg…)

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Montag 15:00, Budapest

Alles in allem kann man sagen, dass der Transsylvanien Trip es wirklich wert war und es echt Spaß gemacht hat und ich es nicht missen wollte. Trotzdem bin ich auch froh wieder in Budapest zu sein, da dies ein Zeitsprung von ca. 30 Jahren ist. Der wunderschönen Natur, den bezaubernden historisch-gepflegten Dörfern und den zumeist hilfsbereiten Menschen stehen bittere Armut, eine unglaubliche Bettlerkultur, technische Rückständigkeit und ein Leben, welches sich sichtbar auf harter Arbeit und einer kurzen Lebensdauer gründet, gegenüber, die die Zeit dort auch teilweise etwas anstregend machten. Ich würde es aber trotzdem uneingeschränkt empfehlen dort einmal vorbeizufahren.

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Eine Antwort zu “Reisebericht: Transsylvanien

  1. wow lange geschichte, aber unterhaltsam. freu mich schon bald ungarn zu sehn ist ja vielleicht auch wie eine andere zeit

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